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Atomstrom ist grüner Strom

In der öffentlichen Diskussion wird oft der Begriff «Ökostrom» verwendet. Verstanden wird darunter in der Regel Strom aus erneuerbaren und CO2-armen Quellen wie Wasserkraft, Wind oder Sonne. Ausgeklammert wird dabei die Kernenergie bzw. Atomenergie.

Zu Unrecht, wie umfassende wissenschaftliche Untersuchungen zeigen. Ein genauer Blick auf die Energie- und Umweltbilanzen zeigt, dass auch der Strom aus Kernenergie bzw. Atomstrom zu den umweltschonenden Energiequellen gehört. Zusammen mit der Wasserkraft ist die Kernenergie heute sogar die umweltfreundlichste und energieeffizienteste Art der Stromerzeugung überhaupt.

Die Ökobilanzen zeigen: Kernenergie ist mindestens so umweltfreundlich wie die erneuerbaren Energien. (Bild: Nuklearforum)

Die Ökobilanzen sprechen für Kernenergie

Zur Beantwortung der Frage, welche Stromerzeugungssysteme insgesamt die Umwelt und die Gesundheit am wenigsten belasten, werden sogenannte Ökobilanzen erstellt. Sie geben Auskunft darüber, welche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit wir für eine Kilowattstunde Strom in Kauf nehmen müssen.

Das Paul Scherrer Institut (PSI), eine Institution des ETH-Bereichs, berechnet und vergleicht seit vielen Jahren die Umwelt- und Gesundheits­belastungen der verschiedenen Stromerzeugungstechniken in der Schweiz und im europäischen Stromverbundnetz (siehe Randspalte). Die Energieketten werden dabei ganzheitlich «von der Wiege bis zur Bahre» erhoben – bei der Atomenergie also vom Bau der Anlage über den Abbau des Uranerzes und der Herstellung des Kernbrennstoffs bis zum Rückbau der Atomkraftwerke (AKW) und zum Bau und Betrieb der geologischen Tiefenlager.

Auch bei den neuen erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne werden der Energie- und Rohstoffaufwand für den Bau und den Unterhalt der Anlagen in Rechnung gestellt. Für die Ökobilanz dieser Stromquellen fällt zusätzlich ins Gewicht, ob sie an einem windreichen bzw. sonnenreichen Standort stehen.

Die Ökobilanz von Solarzellen ist beispielsweise viel besser, wenn die Anlage im sonnenreichen Südspanien steht, als wenn sie im Norden Europas errichtet wird, wo die Sonne viel schwächer und seltener scheint. Das Gleiche gilt beim Wind: Die Ökobilanz eines Windparks an einer windreichen Meeresküste ist besser als jene einer gleichen Anlage weit im Innern Europas, wo der Wind meistens nur schwach weht. Wesentlich bei der Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie ist auch, mit welcher Art von Kraftwerken (Wasser, Kohle oder Erdgas) ihre grossen Produktionsschwankungen ausgeglichen werden.

Das PSI hat eine gesamthafte Ökobilanz der verschiedenen Stromerzeugungssysteme erarbeitet. Daraus geht hervor, dass Wasserkraft, Kernenergie und Windanlagen die beste Gesamt-Ökobilanz aufweisen, wenn alle Belastungen für Umwelt, Gesundheit, Landnutzung und Ressourcenverbrauch betrachtet werden.

Für Informationen des PSI zur Ökobilanz von Energiesystemen klicken Sie bitte hier (Informationen auf Englisch)

Die Marktführer bei der Ökobilanz: Wasserkraft, Kernenergie und Windenergie.
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Wenig Luftschadstoffe und geringer Landbedarf

Bei der Kernenergie wirkt sich günstig aus, dass sie neben der hohen Energieffienz, dem vergleichsweise geringen Rohstoffbedarf und dem klimafreundlichen CO2-Ausstoss, auch bei den Luftschadstoffen Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx) und Feinstaub seht gut abschneidet. Zusammen mit den erneuerbaren Energien gehört sie hier zu den gesundheitsschonendsten Energietechnologien überhaupt. Und bei keiner anderen Stromproduktionsart ist das Verhältnis von Landbedarf zur produzierten Strommenge so günstig wie bei der Atomenergie. Das gilt selbst dann, wenn der Landbedarf für Uranminen und Kernbrennstoff-Fabriken mit einberechnet wird.

Schliesslich spricht für die Kernenergie, dass die von ihr produzierten radioaktiven Abfälle nur ein geringes Volumen haben und ohne wesentliche Umweltbelastungen auf Dauer entsorgt werden können.

Sorgfältige, saubere und vorausschauende Entsorgung: mittelradioaktive Abfälle im Zwischenlager Würenlingen. (Bild: Zwilag)

Für mehr Informationen zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle klicken Sie bitte hier.

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Die Stärken der Atomenergie nutzen

Zusammen mit der Wasserkraft ist die Kernenergie heute die umweltfreundlichste und energieeffizienteste Art der Stromerzeugung überhaupt

  • Alle verfügbaren Indikatoren zur Energie- und Umweltbilanz zeigen, dass Strom aus Kernenergie eigentlich das Label «Ökostrom» tragen müsste, da dieser Strom mindestens so umweltschonend produziert wird wie Strom aus den erneuerbaren Energien.
  • Die tiefen CO2-Werte belegen die hohe Gesamteffizienz der Atomenergie. Die ebenfalls tiefen Stromerzeugungskosten widerspiegeln das gute Verhältnis von gesellschaftlichem Gesamtaufwand zum gesellschaftlichen Gesamtnutzen.
  • Die laufenden Entwicklungsarbeiten und die Rohstofflage lassen erwarten, dass die Kernenergie in Zukunft noch deutlich effizienter wird und dadurch ihre Ökobilanz noch weiter verbessern wird.
  • Generell gilt, dass die Atomenergie – wie auch die erneuerbaren Energien – umso bessere Ökobilanzen haben, je weniger fossile Brennstoffe und insbesondere Kohle in der allgemeinen Stromversorgung eingesetzt wird.
  • Die radioaktiven Abfälle können in der Schweiz dauerhaft entsorgt werden, ohne dass die Umwelt Schaden nimmt. Das Verfahren zum Festlegen der Lagerstandorte ist im Gang.
  • Auf der Kostenseite gilt, dass die vergleichsweise günstige Kernenergie die teilweise deutlich teureren erneuerbaren Energien quersubventionieren kann, wodurch die Preise für Strom mit einer günstigen Ökobilanz für die Konsumenten tiefer gehalten werden können als ohne Atomenergie.
Umweltschonend, zuverlässig und preisgünstig: der Schweizer Strommix aus erneuerbaren Energien und Kernenergie. (Bild: BKW)
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Strom für eine nachhaltige Entwicklung

Kernenergie kann einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der aktuellen globalen Energie-, Umwelt- und Klimaprobleme leisten. Strom ist bereits heute die Schlüsselenergie für die Entwicklung der Menschheit und wird es morgen erst recht sein. Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und steigendem Strombedarf ist längt belegt. Umso wichtiger ist es, dass der steigende Bedarf möglichst umweltverträglich, also ohne die Verbrennung fossiler Energieträger, gedeckt werden kann.

Verzichtsstrategien taugen nichts in einer Welt, in der Milliarden von Menschen immer noch arm sind. Sie verurteilen diese Menschen auf ewig zur Armut. Nur ein Drittel der Menschheit kann sich auf eine sichere und zuverlässige Stromversorgung verlassen, wie wir sie in der Schweiz kennen. Je ein  weiteres Drittel hat nur zeitweise Strom und oder überhaupt nie. Diese Menschen sind von praktisch allen zivilisatorischen Errungenschaften der Moderne ausgeschlossen und bezüglich Gesundheitsversorgung, Kommunikation und Bildungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Strom ist ein unverzichtbares Element für die Überwindung von Armut und Elend.

Technisch bereitgestellte Energie ist diesbezüglich ein grosser und wichtiger Teil der Lösung. Die Herausforderung besteht darin, sie umweltschonend und billig und damit für alle verfügbar zu machen. Denn Entwicklung ist nur dann nachhaltig, wenn sie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermassen berücksichtigt. Die Atomenergie kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten.

Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und den Weg aus der Armut: Zugang zu elektrischer Energie.


 

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