Ist das KKL sicher?Der Betrieb von Kernkraftwerken erfordert ein Höchstmass an Reaktorsicherheit und Strahlenschutz. Im Vordergrund steht dabei der Schutz der in der Umgebung lebenden und im Kernkraftwerk arbeitenden Menschen vor radioaktiven Einflüssen. Hauptziel der nuklearen Sicherheitstechnik sind darum zuverlässige und störfallsichere Einrichtungen und Anlagen. Die Sicherheit im KKL hat einen hohen Standard und eine dementsprechend positive Bilanz. Sie baut auf passiven, also zumeist baulichen, sowie aktiven mehrfachen Sicherheitsbarrieren auf, die durch eine lebendige Sicherheitskultur ergänzt werden.
Sicherheit
Bauliche Sicherheit
Das Reaktorgebäude ist nach einem mehrfachen Barrierenprinzip gebaut. Der Brennstoff in Form von Uranpellets ist gesintert, d.h. in harte Keramikgitter gebrannt. Feste Stoffe können so nicht entweichen. Die Brennstoffpellets wiederum sind in gasdichte Brennstabhüllrohre verschweisst. Die Brennelemente sind im Reaktordruckgefäss eingeschlossen, einem 15 Zentimeter dicken Stahlbehälter, der bereits einen Grossteil der Strahlung abschirmt. Das Reaktordruckgefäss ist im Dry-Well eingeschlossen, einer armierten Betonmauer von 1,5 Metern Durchmesser. Das Dry-Well ist wiederum ganz vom Containment umfasst, einem 3,8 Zentimeter dicken Stahlmantel. Das Containment wird durch die Aussenmauer des Reaktorgebäudes geschützt, einer stark armierten und 1,2 Meter dicken Betonmauer. Das Containment steht zudem unter Unterdruck: im unwahrscheinlichen Falle eines Risses dringt nur Luft nach innen, nicht nach aussen. Die Umgebung ist so optimal vor Strahlung, der Reaktor vor Einwirkung von aussen geschützt.
Technische Sicherheit
Sicherheitsrelevante Systeme sind in bis zu fünffachen Redundanzen vorhanden und werden regelmässig auf ihre Funktionen geprüft. Zahllose Instrumente überwachen ständig die Anlage; messen sie irgendwo einen kritischen Wert, wird der Reaktor vollautomatisch heruntergefahren (SCRAM). Ein Siedewasserreaktor ist an sich durch seinen technischen Aufbau eine solide und bewährte Technologie. Sie lässt auch bei einem hypothetischen, grossen Störfall genügend Zeit zum überlegten Handeln. Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine wird ständig optimiert und so die Sicherheit stetig verbessert. Dazu tauscht sich die Kernkraftbranche weltweit aus, damit aus Fehlern alle gemeinsam lernen. Für den Anlagebetrieb, für Maschinen- und Elektrotechnik sowie die Überwachung heisst Sicherheit zudem, dass die Anlage laufend erneuert und an den Stand der Technik angepasst wird. KKL ist eine moderne Anlage, die von bestens geschultem und geprüftem Personal betrieben wird und auf die man sich nicht nur sicherheitstechnisch verlassen kann.
Die Sicherheitscharta des KKL ist zudem eine Selbstverpflichtung des KKL, beim Betrieb der Anlage und beim Strahlenschutz eigenverantwortlich Massnahmen zu treffen, um die Sicherheit kontinuierlich zu verbessern. Ausgangspunkt ist die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen. Die Charta ist die Basis für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KKL bei der Erfüllung ihrer täglichen Aufgabe.
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