In Kernkraftwerken sowie bei nukleartechnischen Anwendungen in Medizin, Industrie und Forschung entstehen radioaktive Abfälle. Ihre Menge ist im Vergleich zu den anderen Sonderabfällen, die wir tagtäglich hinterlassen, sehr gering. Sie müssen trotzdem verantwortungsbewusst entsorgt werden. Die Nagra hat die Aufgabe, die sichere, dem Menschen und der Umwelt verpflichtete Entsorgung in der Schweiz zu realisieren. Dazu wurde sie von den Verursachern radioaktiver Abfälle gegründet: den Kernkraftwerkbetreibern und dem Bund, der für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung zuständig ist.

Dass alle Arten von radioaktiven Abfällen in einem geologischen Tiefenlager in der Schweiz technisch sicher und dauerhaft entsorgt werden können, bestätigte der Bundesrat im Jahr 2006 mit der Annahme des Entsorgungsnachweises der Nagra. Wo genau dies geschehen soll, wird die Schweiz bis zirka 2020 anhand des Sachplans geologisches Tiefenlager bestimmen. Bei diesem transparenten Verfahren zur Suche des geeigneten Standortes für ein oder zwei Tiefenlager wirken die Öffentlichkeit und alle Interessenvertreter mit. Bei der Wahl des Standortes hat die Sicherheit oberste Priorität.

Viel Strom für sehr wenig Abfall

Da Uran extrem energiedicht ist, braucht es nur sehr wenig davon, um grosse Mengen Strom zu erzeugen. Entsprechend gering ist auch die Menge der radioaktiven Abfälle aus den Schweizer Kernkraftwerken: In nur zwei Zündholzschachteln hat der hoch radioaktive Abfall Platz, der nach 50 Jahren Kernenergie auf jeden Bewohner der Schweiz entfällt.

Dazu kommen die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus dem Kraftwerkbetrieb und dem Rückbau der Anlagen. Sie enthalten rund ein Prozent der gesamten Radioaktivität, und ihr Volumen ist im Vergleich zu anderen Abfällen ebenfalls gering. Aus der Kehrichtverbrennung hinterlässt jeder von uns fast 50 Mal mehr giftige schwermetallhaltige Rückstände, die in Deponien gelagert werden müssen. Gesamthaft wird ein Volumen von rund 100 000 Kubikmetern radioaktiver Abfälle erwartet, einschliesslich Verpackung.
Für mehr Informationen zu den Abfallarten und Abfallvolumen klicken Sie bitte hier.

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Entsorgungskosten nach dem Verursacherprinzip

Die Kosten für die Entsorgung aller radioaktiven Abfälle der Schweizer Kernkraftwerke werden konsequent nach dem Verursacherprinzip gedeckt. Wie auch beim Kauf elektronischer Geräte bezahlen die Konsumenten, die den Nutzen aus dem Atomstrom haben, die Entsorgung bereits mit dem Kaufpreis.

Bereits während des Betriebs der Kernkraftwerke fallen laufend Entsorgungskosten an, welche die Betreiber direkt begleichen: Zum Beispiel für Transporte und Lagerbehälter, den Betrieb des zentralen Zwischenlagers (Zwilag), die Behandlung und Verpackung der bereits angefallenen Abfälle wie auch für die Arbeiten der Nagra (Forschung, Planung, Standortsuche für die geologischen Tiefenlager).

Zur Deckung der Kosten für Stilllegung und Entsorgung nach Ausserbetriebnahme zahlen die Betreiber während der Laufzeit ihrer Kraftwerke Gelder in zwei staatlich kontrollierte Fonds ein. Pro Kilowattstunde Atomstrom wird rund ein Rappen für Stilllegung und Entsorgung dem Konsumenten verrechnet. Mit diesen Geldern werden in Zukunft die geologischen Tiefenlager gebaut und betrieben sowie der Rückbau der Kernkraftwerke bis hin zur grünen Wiese finanziert. Diese Vorsorge gewährleistet, dass künftigen Generationen keine ungedeckten Kosten entstehen.

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Solide Finanzierung unter Bundesaufsicht

Der Finanzierungsprozess für die Stilllegung der Kernkraftwerke und Entsorgung der radioaktiven Abfälle läuft unter der Aufsicht des Bundes. Was Stilllegung und Entsorgung kosten werden, schätzt eine vom Bund eingesetzte Kommission. Die Kommission beschliesst auch, wie viel die Kernkraftwerkbetreiber zu welchem Zeitpunkt in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds einbezahlen müssen. Unter anderem befindet sie über Höhe und Zeitpunkt des Ausgleichs allfälliger Fehlbeträge und Überschüsse der Fonds und überwacht die Anlage des Fondsvermögens.
Mehr Informationen zum Stand von Stilllegungs- und Entsorgungsfonds finden Sie hier.

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Sichere Entsorgung tief in der Erde

Die radioaktiven Abfälle sollen in der Schweiz in sogenannten geologischen Tiefenlagern in mehreren Hundert Metern Tiefe gelagert werden. Das optimale Wirtsgestein in der Schweiz für die Lagerung hochaktiver Abfälle ist Opalinuston, wie es in der Nordschweiz verbreitet zu finden ist. Für die Entsorgung schwach- und mittelaktiver Abfälle kommen auch Brauner Dogger, die Effinger Schichten und die Mergel-Formationen des Helvetikums infrage.

Das wasserundurchlässige und selbstabdichtende Gestein Opalinuston entstand vor 180 Millionen Jahren aus Ablagerungen am Meeresboden. Perfekt erhaltene Ammoniten und Einschlüsse von Meerwasser aus jener Zeit zeugen davon, wie natürlich stabil die Schichten des Opalinuston seit Jahrmillionen sind. Sie bieten Gewähr, dass die Nuklearabfälle während des Abklingens ihrer Radioaktivität sicher eingeschlossen bleiben.

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Warteschlaufe im Zwischenlager

Ausgediente Brennelemente geben nach dem Entladen aus dem Reaktor noch zu viel Wärme ab, als dass sie vom Kernkraftwerk direkt ins Tiefenlager verbracht werden könnten. Daher werden sie im Abklingbecken des Kraftwerkes noch rund einige Jahre gelagert. In diesem Zeitraum kühlen sie ab, und ein wesentlicher Teil der für die Wärme verantwortlichen Radioaktivität klingt ab. Die Giftigkeit der Abfälle (Radiotoxizität) nimmt hingegen weit langsamer ab.

Anschliessend werden die Brennelemente im Zentralen Zwischenlager in Würenlingen (Kanton Aargau) zwischengelagert, bis ein geologisches Tiefenlager für hoch radioaktive Abfälle in Betrieb ist, was zirka 2050 der Fall sein wird.

Neben den ausgedienten Brennelementen aus den Schweizer Kernkraftwerken fasst das Zwischenlager auch die verglasten hochaktiven Abfälle aus den Wiederaufbereitungsanlagen, in denen ein Teil der Brennelemente dem Recycling zugeführt wurde. Auch ein wesentlicher Teil der schwach radioaktiven Abfälle wird im Zwilag für die Tiefenlagerung behandelt und definitiv verpackt.

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Aktualität

Das KKL startet Vorversuche mit Chlordioxyd zur Desinfektion des Hauptkühlwassers.

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