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Turbinen und Kondensator

Turbinen

Vom Reaktor führen vier Frischdampfleitungen ins Maschinenhaus. Zwei Tonnen Dampf pro Sekunde treiben eine Turbinengruppe an, die aus einer Hochdruck- und drei Niederdruckturbinen besteht. Alle Turbinen stammen vom Badener Unternehmen Brown Boveri und Cie. (heute Alstom).

Im Hochdruckteil expandiert der Dampf auf 11,3 bar. Er strömt in die Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer, wird dort getrocknet und wieder auf 263° C erhitzt. In den Niederdruckturbinen entspannt sich der Dampf und kondensiert zuletzt im Kondensator wieder zu Wasser. Die drei Niederdruckturbinen liefern zusammen weitere 60 Prozent der Gesamtleistung.

Ein Sperrdampfsystem aus separaten Dampfumformern verhindert, dass radioaktiver Dampf an Rotordichtungen oder Ventilspindeln austreten kann. Daher kann man für Wartungsarbeiten während des Betriebs das Maschinenhaus ohne Atemschutz betreten.

Geballte Kraft in Revision: Vorne drei Niederdruckturbinen und hinten der ausgebaute Generator.
Nach der Wartung wird das Schaufelträgergehäuse wieder auf die Niederdruckturbine montiert.
Revisionsarbeiten beinhalten auch die Reinigung und Wartung eines Getriebes.

Kondensator

Nachdem der Dampf seine technisch nutzbare Energie an die Turbinen abgegeben hat, wird er in den Kondensator geleitet. Der Dampf wird durch Kühlung wieder verflüssigt und als sogenanntes «Speisewasser» in den Reaktor zurückgeführt.

Der Kondensator des KKL ist quer zur Turbinenachse angeordnet und wird vom Hauptkühlwasser durchströmt. Dieses  Wasser fliesst durch 42’000 Titanröhrchen von je 13 Meter Länge. Der Kondensator hat vier voneinander getrennte Wasserkammern. Diese Bauart ermöglicht es, ein eventuell auftretendes Leck schnell zu orten, den entsprechenden Kondensatorteil zu isolieren und die Turbogruppe mit reduzierter Leistung weiter zu betreiben. Damit bei einem Leck kein Wasser aus dem Reaktorkreislauf in den Kühlturm fliesst, herrscht im Kondensator Unterdruck und auf der Hauptkühlwasserseite Überdruck (rund 2 bar).

Das im Kondensator gesammelte Wasser wird gereinigt, vorgewärmt und wieder in den Reaktor zurückgeleitet. Bei Normalbetrieb laufen zwei Speisewasserpumpen, die je 50 Prozent fördern, während die dritte in Reserve bleibt. Der Wasser-Dampf-Kreislauf schliesst sich.

Dazu fördern zwei Pumpen – eine dritte steht als Reserve bereit – das Kondensat durch eine Reinigungsanlage und durch die Niederdruckvorwärmer in den Speisewasserbehälter. Die Kondensatreinigungsanlage entfernt gelöste und ungelöste Verunreinigungen wie Chloride und Korrosionsrückstände. Sie sorgt so für die erforderliche hohe Reinheit des Speisewassers. Der Speisewasserbehälter dient als Mischvorwärmer und wird mit Hochdruck-Abdampf sowie mit der Restwärme der Kondensate von Wasserabscheidern und Hochdruckvorwärmern beheizt. Die Speisewasserpumpen fördern das Speisewasser durch die zweistufigen, doppelstrassigen Hochdruckvorwärmer in das Reaktorgefäss. Der Heizdampf für diese Vorwärmer kommt aus der Hochdruckturbine, das Heizkondensat geht in den Speisewasserbehälter.

Wissenswertes

Auf unserem Faktenblatt finden Sie Fragen und Antworten zu den Brennelement-Oxidationen.

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