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Chronik

2014 kann das Kernkraftwerk Leibstadt auf eine 30-jährige erfolgreiche Betriebsphase zurückblicken. Es hat bis zu diesem Zeitpunkt über 250 Millionen MWh Strom produziert. Damit hat es der Schweiz im Vergleich zu einem Gas-Kombikraftwerk 100 Millionen Tonnen und im Vergleich zu einem Braunkohlekraftwerk 300 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen erspart.

Chronik des Kernkraftwerks Leibstadt

2013 – Höchste Jahresproduktion seit Inbetriebnahme des KKL

2013 erreicht das Kernkraftwerk Leibstadt dank einer ausgezeichneten Verfügbarkeit der Anlage von über 93% und auch dank diverser Massnahmen zur Effizienzsteigerung die höchste Stromproduktion in seiner Geschichte. Insgesamt produziert das Werk 2013 9’692 GWh Strom.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau eröffnet Anfang Jahr eine Untersuchung gegen unbekannt wegen Urkundenfälschung aufgrund einer Strafanzeige von Greenpeace und dem Trinationalen Atomschutzverband TRAS. Sie stellt das Verfahren wegen angeblicher Urkundenfälschung im November ein und bestätigt die korrekte Handhabung der Rechnungslegung.


2012 – Das Kernkraftwerk Leibstadt besteht den EU-Stresstest mit Bestnoten

Die Schweizer KKW-Betreiber unterziehen ihre Anlagen im Nachgang zum Reaktorunglück in Fukushima einem EU-weiten Stresstest. Das KKL schneidet überdurchschnittlich gut ab.

Umfangreichste Jahreshauptrevision in der Geschichte des Werks. Mit dem Ersatz der Kühlturmeinbauten und des 400 Tonnen schweren Generators prägen zwei Grossprojekte das Kraftwerksjahr. Über 2000 externe Mitarbeitende wirken mit. Dank zahlreicher technischer Massnahmen kann das KKL die Effizienz und damit die Brutto-Nenn-Leistung der Anlage neu auf 1275 MW erhöhen. Mit dieser Steigerung um rund 30 MW produziert das KKL bei einer durchschnittlichen Jahresproduktion von rund 8150 Stunden zusätzlichen Strom für über 45’000 Haushalte.

Eine Anhängevorrichtung mit Spezialwerkzeug löst die 72 Bolzen und hebt den Reaktordeckel ab.
Ein Pneukran platziert mit Hubkraft das neue Dach auf der Trafo-Anlage.
Millimetergenau wird der neue Generator an seinen Platz gesetzt.

2011 – Das Jahr steht im Zeichen der Ereignisse in Fukushima

Im Nachgang zum Reaktorunglück in Fukushima fordert das ENSI diverse Sicherheitsnachweise, die das KKL alle termingerecht erfüllt. Im Ende Oktober eingereichten EU-Stresstest erbringt das KKL den Nachweis über hohe Sicherheitsreserven bei Erdbeben, Hochwasser und extremen Wetterszenarien.

Die Investitionen der vergangenen Jahre in die Sicherheit und Effizienz der Anlage haben dazu beigetragen, dass das Kernkraftwerk Leibstadt 2011 mit 9’481 Millionen Kilowattstunden die höchste Stromproduktion seit seiner Inbetriebnahme 1984 verzeichnen kann.

Die Aktionäre genehmigen 2011 verschiedene Grossprojekte im Gesamtwert von mehreren hundert Millionen Franken und bekennen sich somit auch langfristig zum KKL.


2010 – Der Generationenwechsel wird eingeleitet

Durch die Doppelbesetzung von wichtigen Funktionen stellt das KKL sicher, dass der Know-how-Transfer gewährleistet ist und durch die zahlreichen anstehenden Pensionierungen kein Wissen verloren geht.

47 Tage dauert die Revision und ist damit länger als in den Jahren zuvor. Mit dem Blocktransformator, zwei Niederdruckvorwärmern und drei Niederdruckturbinen werden wichtige Grosskomponenten erfolgreich ausgetauscht. Durch die neuen Turbinen ergibt sich eine Verbesserung des Wirkungsgrades der Anlage, die zu einer Mehrleistung von rund 40 MW führt.

Das KKL erzielt wiederum eine hohe Stromproduktion (8’775 Millionen Kilowattstunden). Aufgrund der verlängerten Revisionszeit fällt die Strommenge jedoch etwas geringer aus als in den Vorjahren.


2009 – 25 Jahre KKL

In den ersten 25 Betriebsjahren erzeugt das KKL rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem Stromverbrauch der ganzen Schweiz für dreieinhalb Jahre. Die Eigentümer (AEW, Alpiq, Axpo, BKW, CKW, EGL) freuen sich über einen erfolgreichen Betrieb ihres Partnerwerks. Mit ihnen freuen sich rund 470 Mitarbeitende und 14 Lernende. Rund 20 Prozent der Belegschaft kommen aus dem grenznahen Ausland.


2008 – «Schutzimpfung» für den Reaktor

Das KKL setzt neu ein von General Electric (GE) entwickeltes und bewährtes Verfahren ein zum Schutz des Reaktors und seiner Einbauten vor Spannungsrisskorrosion. Wasserstoff und kleine Mengen des Edelmetalls Platin werden in den Kreislauf eingespeist und wirken für das Metall wie eine vorbeugende Schutzimpfung.

Die 500’000 Besucherin im Infozentrum will sich ein eigenes Bild vom KKL und der Kerntechnik, vom Uranabbau bis zur Entsorgung der Abfälle, machen. Das Infozentrum steht seit 1974 Besuchern offen. Die Ausstellung wird jährlich von über 20’000 Gästen aus dem In- und Ausland besucht, darunter auch von vielen deutschen Schulen.


2006 – Populäre Infotage mit Tour zum Kühlturm

Rund 3’000 Personen nutzen die Infotage im Mai, um eine Kühlturmtour zu erleben und zahlreiche Fragen rund um die Kernenergie zu stellen. Bei der Beantwortung helfen die Nagra, das Paul Scherrer Institut (PSI), die Frauen für Energie und der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Schwerpunktthemen im Ausstellungszelt vor dem Infozentrum sind die Entsorgung, die Sicherheit im Kraftwerk, der Klimaschutz und die Versorgungssicherheit


2005 – Ungeplanter längerer Stillstand: GERDA (Generator-Erdschluss-Abschaltung)

Plötzlich steht das Kraftwerk für rund fünf Monate still. Ursache ist im nichtnuklearen Teil der Anlage ein Erdschluss im Generator-Stator. Nach dem sehr aufwendigen Austausch der beschädigten Teile kann das KKL wieder mit voller Leistung von 1’165 MW Strom ins Schweizer Netz einspeisen. Die Eigentümer sind während des Produktionsausfalls mehrheitlich auf zusätzliche Stromimporte angewiesen.


2004 – 20 Jahre KKL: Leistungsstärkstes Schweizer Werk

Das KKL leistet nicht nur sicheren Betrieb und hohe Zuverlässigkeit – auch können die Gestehungskosten von ursprünglich 9,23 Rappen auf rund 5 Rappen pro Kilowattstunde gesenkt werden. Darin inbegriffen sind auch alle Kosten für die zukünftige Stilllegung der Anlage und die Entsorgung aller Abfälle – 1 Rappen pro Kilowattstunde.


2003 – Hohe Akzeptanz

Das KKL ist in der Region sehr gut verankert. Die Ausstiegsinitiative vom 18. Mai 2003 wird vom Kanton Aargau mit 77,6%, vom Bezirk Zurzach mit 85,4% und von der regionalen Bevölkerung mit bis zu 95,8% (Gemeinde Leibstadt) verworfen. Auch die Moratoriumsinitiative desselben Jahres erhält eine klare Absage. Es zeigt sich: Wer hier wohnt, ist gut über das KKL informiert, hat keine Berührungsängste und schätzt den Betrieb auch als attraktiven Arbeitgeber.

Die NOK (Axpo) übernimmt von der EGL die Geschäftsleitung des KKL.


1998 bis 2003 – Leistungserhöhung

Schritt für Schritt optimiert das KKL seine Anlagen. Dank der Verbesserung des Wirkungsgrades und zwei gezielten Leistungserhöhungen steigt die Nettoleistung über die Jahre von 960 auf 1’165 MW. Für jede Stufe wird gegenüber der Kontrollbehörde ein umfassender Sicherheitsnachweis erbracht.


1995 – Eigener Simulator

Ähnlich den Flugzeugpiloten muss jeder Operateur alljährlich im Simulator eine beträchtliche Anzahl von Trainingsstunden erfolgreich absolvieren, um seine Lizenz zu erneuern. Um das Training der Operateure zu erleichtern und zu perfektionieren, verfügt das KKL neu über einen neuen, werkseigenen Simulator. Die vormaligen wochenlangen Schulungsreisen der Betriebsmannschaft nach Spanien sind damit hinfällig.


1994 – Neues Ausbildungs- und Informationszentrum

Das seit 1974 bestehende Besucherzentrum wird vom neuen Infozentrum abgelöst. Die faszinierende und umfassende Ausstellung mit vielen interaktiven Exponaten ist frei zugänglich. Auf Anmeldung werden kostenlose Werksbesichtigungen durchgeführt.


1990 – Annahme der Moratoriumsinitiative

An der Urne wird die Volksinitiative «für den Ausstieg aus der Atomenergie» (Ausstiegsinitiative) mit 52,9% Nein verworfen. Angenommen wird jedoch die Volksinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau» (Moratoriumsinitiative) mit 54,5% Ja. Der Energieartikel in der Bundesverfassung wird mit 71,1% Ja  angenommen.


1986 – Lancierung von zwei Antiatominitiativen

Wenige Monate nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl starten die Unterschriftensammlungen zu zwei neuen Antiatominitiativen: die Moratoriumsinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau» mit einem zehnjährigen Bewilligungsverbot für neue Kernkraftwerke und die Ausstiegsinitiative «Strom ohne Atom». Neue Kernkraftwerke sollen verboten, bestehende so schnell wie möglich stillgelegt werden.


1984 – KKL geht in Betrieb und ans Netz

Am 15. Dezember 1984 nimmt das Kernkraftwerk Leibstadt mit Bewilligung der Bundesbehörden seinen Dauerbetrieb auf. Seither leistet das KKL einen Beitrag von rund 16 Prozent an die Schweizer Stromproduktion. Rund um die Uhr, zuverlässig, klimafreundlich und wirtschaftlich.


1982 – Inbetriebsetzungsphase mit Beginn Schichtbetrieb

Was seit 1977 trainiert wurde, kommt nun im KKL zur Anwendung. Die Crew arbeitet erstmals rund um die Uhr, optimiert dabei Wissen und Abläufe und bereitet sich auf die Inbetriebsetzung vor. Unter der Leitung von General Electric (GE) wird die Anlage samt allen Notsystemen sukzessive in Betrieb genommen.


1978 – Verzögerte Bauphase

Das Ziel, das Kernkraftwerk 1978 in Betrieb zu nehmen, bleibt unerreicht. Die Verzögerungen nutzt das KKL, um die Erfahrungen aus dem Reaktorunfall in Harrisburg/USA von 1979 in Verbesserungen der Anlage und der Sicherheitsphilosophie umzusetzen.


1977 – Ausbildung und Training werden aufgenommen

Das Personal nimmt seine Ausbildung an der Reaktorschule des damaligen Eidgenössischen Instituts für Reaktorforschung EIR auf. Zukünftige Reaktoroperateure und Schichtchefs reisen ab 1977 auch zur Ausbildung an GE-Anlagen in den USA, an einen Simulator in Madrid und ins Kernkraftwerk Cofrentes in Spanien.


1974 – Baubeginn des KKL

Die Verträge werden am 1. Dezember 1973 unterzeichnet. Für die schlüsselfertige Erstellung der Hauptanlagen (Reaktor und Maschinenhaus) ist  ein Konsortium aus der schweizerischen Brown Boveri & Cie. (BBC) in Baden und der US-amerikanischen Firma General Electric (GE) verantwortlich. Die Bauleitung für Nebenanlagen wie Kühlturm, Werkstatt oder Bürogebäude werden der Elektrowatt AG übertragen.


1973 – Gründung der KKL AG

1973 bestätigt der Bund die Standortbewilligung für eine Anlage mit 940 MW Leistung. Der Gemeinderat gibt sein Ja zum Baugesuch und der Aargauer Regierungsrat erteilt die Kühlwasserkonzession. 14 Partner gründen am 26. November 1973 die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL).


1971 – Verbot der Flusswasserkühlung

Der Bund verbietet zwei Jahre nach der Standortbewilligung die Flusswasserkühlung. Die vielen damaligen Kernkraftwerksprojekte am Hochrhein lassen eine Erwärmung des Rheins befürchten. Die Konzeptänderung für die Kraftwerkskühlung zieht Verzögerungen und Mehrkosten nach sich.


1965 – Antrag Standortbewilligung

In der Schweiz gibt es einige Pläne für Kernkraftwerke. Beznau I und II sowie Mühleberg werden zügig realisiert. Gösgen, Kaiseraugst, Rüthi SG, Verbois, Graben oder Inwil LU sind als weitere Standorte im Gespräch. Für Leibstadt sprechen die Nähe zum Rhein, die geringe Distanz zur Schaltanlage Laufenburg und die geologischen Voraussetzungen. Der Antrag für eine Standortbewilligung für eine 600-Megawatt-Anlage wird 1965 eingereicht.


1964 – Projektstart

Der Widerstand gegen neue Wasserkraftprojekte nimmt in den Sechzigerjahren zu. Umweltbelastende, ölthermische Werke lehnt man komplett ab. Eine Interessengemeinschaft mit der Elektrowatt AG und dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG nimmt darum erste Arbeiten für das Kernkraftwerk-Projekt Leibstadt auf.

Wissenswertes

Auf unserem Faktenblatt finden Sie Fragen und Antworten zu den Brennelement-Oxidationen.

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