10.01.2005: Kernkraftwerk Leibstadt: Eckpfeiler der umweltverträglichen Stromversorgung der Schweiz geht ins zweite Drittel

Zusammenfassung der Referate von Dr. Manfred Thumann, Geschäftsführer KKL, und von Mario Schönenberger, Kraftwerksleiter KKL anlässlich der Medienkonferenz 20 Jahre KKL, 10. Januar 2005 Das leistungsstärkste Kraftwerk der Schweiz (1165 Megawatt), das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL), nahm am 15.  Dezember 1984 den Dauerbetrieb auf. Das Werk hat eine höchst erfreuliche Entwicklung durchlaufen, namentlich bezüglich sicherem Betrieb und Akzeptanz im Einzugsgebiet. Bei den Gestehungskosten kann KKL mit der Konkurrenz zwischenzeitlich Schritt halten.

«Sicher, zuverlässig, umweltbewusst», so äussert sich Kraftwerksleiter Mario Schönenberger im Rahmen der Standortbestimmung nach einem Drittel der voraussichtlichen Lebensdauer zum Betrieb des KKL. Die den sieben am KKL beteiligten Partnerfirmen zur Verfügung stehende Nettoproduktion beträgt pro Jahr rund 9 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Dies entspricht in etwa 1/6 des jährlichen Verbrauchs der Schweiz: CO2-freier Strom für über eine Million Menschen kommt aus Leibstadt.

Sicherheit hat oberste Priorität

Reaktor und Turbine sind im KKL wie bei anderen Kernkraftwerken mehrfach abgesichert. Bei geringsten Störungen, oft auch nur bei Störfehlsignalen, reagiert das Schutzsystem auf die «sichere Seite» durch Abschalten der Anlage. Keine der bisher aufgetretenen automatischen Abschaltungen tangierte die Sicherheit. Die Auslöser-Ursachen lagen zumeist nicht im Reaktor-, sondern im Turbinen- und Hilfsanlagenbereich.

Betriebsunterbrüche lassen sich niemals gänzlich eliminieren. Auftretende Probleme sind zu beheben; Sicherheit steht vor Produktion. Nach den Worten von Mario Schönenberger ist es wichtig, dass bei Problemen Sicherheitssysteme zur Verfügung stehen, damit Vorkommnisse beherrscht werden. Die ungeplanten Unterbrüche haben sich mit zunehmender Betriebserfahrung ebenso verringert wie die der Aufsichtsbehörde HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) zu meldenden Ereignisse im Betrieb.
Aufgrund der Nachrüstungen sind Zustand und Sicherheit der Anlage heute noch besser als zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme; dies insbesondere auch nach durchgeführter Leistungserhöhung.

Radioaktivität unter Kontrolle

Nicht allein der technische Betrieb untersteht einer strengen Überwachung durch Bundesbehörden, auch die Abgaben werden von eidgenössischen Instanzen ständig kontrolliert, wobei tiefe Limiten gelten. Alle Abgabewerte (Abwasser, Abluft)  lagen durchwegs weit darunter. Kein Mensch in der Umgebung des KKW war je einer Bestrahlung von mehr als ein Prozent der durch die natürliche Strahlung akkumulierten Dosis zusätzlich ausgesetzt.  Die natürliche Strahlendosis (terrestrisch und kosmisch)  liegt in der Standortgegend bei rund 1 Millisievert (mSv) pro Jahr.

Grosser Beitrag zum umweltverträglichen Strommix

Für Dr. Manfred Thumann, Geschäftsführer KKL und CEO NOK Kernenergie, stellt die seinerzeitige Betriebsaufnahme die Geburtsstunde des CO2-freien Strommix der Schweiz dar. Der Anteil der nuklearen Stromproduktion stieg Ende 1984 von 28 Prozent auf 40 Prozent; dies in Ergänzung zu 60 Prozent Wasserkraft. Mit 4.8 Mrd. Franken musste für Planung und Bau ein enorm hohes "Startgeld" entrichtet werden. Entsprechend bewegten sich die Gestehungskosten in den ersten Jahren mit über 9 Rp./kWh auf einem kritischen Niveau. Die Grenze von 5 Rp./kWh wird 2005 angestrebt. Die Schulden konnten zwischenzeitlich auf 935 Mio. Franken reduziert werden.

Sicherheitsdenken mit Null-Toleranz

Ist 20 Jahre unfallfreier Betrieb (heisst nicht störungsfrei) des KKL Anlass, zurückzulehnen? Für Dr. Manfred Thumann und die KKL-Crew sicherlich nicht, denn «Zufriedenheit mit dem Erreichten, wäre der erste Grund für Risiken. Wir wissen, dass Technik versagen kann und wir kennen menschliches Fehlverhalten. Darum tun wir alles, um für diese Fälle gewappnet zu sein und lassen nicht nach, beides kontinuierlich zu verbessern. Wir wiegen uns nicht in Sicherheit, sondern sind auch künftig wachsam, um jede Abweichung, jede Unregelmässigkeit zu erkennen und zu eliminieren. Das ist ein Versprechen für das Vertrauen, das uns entgegen gebracht wird.»

Endlager-Frage zügig lösen

Bis mindestens 2045 die Anlage sicher zu betreiben, ist das eine Ziel von KKL. «Die radioaktiven Abfälle sind zu entsorgen!», so lautet die andere Zielsetzung des KKL-Geschäftsführers. Das Geld dafür wird bereits heute angespart und die Technik ist im Wesentlichen entwickelt. Was fehlt, ist der politische und gesellschaftliche Wille, einen Standort für das Tiefenlager zu finden und zu genehmigen.

Kernenergie mit Pluspunkten

Wie kann die Stromversorgung in der Zukunft gesichert werden? Für Dr. Manfred Thumann, steht fest, dass der Stromverbrauch in den letzten zehn Jahren um rund 1.9 Prozent pro Jahr gestiegen ist und dass in absehbarer Zeit Neuinvestitionen in Kraftwerke anstehen. Die grossen Stromversorgungsunternehmen, so auch die Axpo, entwickeln gegenwärtig zukunftsgerichtete Szenarien, verbunden mit einer sachlichen Auslegeordnung unter Einbezug aller Möglichkeiten. Ohne Entscheidungen vorwegnehmen zu wollen, hat die Kernenergie zwei starke Trümpfe in der Hand. Die CO2-freie Stromproduktion und die stabilen, berechenbaren Betriebskosten. Die zunehmenden Umwelt- und Klimarisiken, hervorgerufen durch den steigenden CO2-Anteil in der Atmosphäre, und die stark schwankenden und zunehmend höheren Kosten für Öl, Gas und Kohlen festigen die Position der Kernkraft bei der weltweiten Diskussion über die Energie-, respektive Stromversorgung.

Gemeinsam in die Zukunft

KKL hat während der bisherigen Betriebszeit mehr als den dreijährigen Stromverbrauch der gesamten Schweiz produziert – leise, zuverlässig, sicher, mit stetig sinkenden Produktionskosten und ohne CO2. Die hohe Akzeptanz im Standortgebiet und weit darüber hinaus ist für KKL ein starkes Fundament auf dem Weg in die Zukunft. «Wir danken für das entgegengebrachte Vertrauen. Wir setzen alles daran, unseren Beitrag zur guten Nachbarschaft weiter zu leisten. Der sichere Betrieb und die offene Kommunikation bleiben unsere tägliche Verpflichtung!» so die Worte von Mario Schönenberger und Dr. Manfred Thumann.

Korrespondenzadresse

Leo Erne
Kernkraftwerk Leibstadt
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