Medienkonferenz 22. April 2005: Referat Thumann

Produktionsausfall im Kernkraftwerk Leibstadt (KKL):

Importe gewährleisten nun die Schweizer Stromversorgung

Referat Dr. Manfred Thumann, Geschäftsführer KKL, CEO Kernenergie NOK anlässlich des Mediengesprächs vom 22. April 2005
Der bis mindestens anfangs September 2005 dauernde Betriebsunterbruch im Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) stellt für die Eigentümerfirmen eine doppelte Herausforderung dar. Einerseits steigen die Kosten, anderseits haben sie Ersatzstrom zu beschaffen. Die Lichter gehen aber in unserem Land nicht aus, weil Zukäufe aus dem Ausland den Strombedarf decken und die Sommermonate kommen.
Das Kernkraftwerk Leibstadt ist ein sogenanntes Partnerwerk. Den sieben Eigentümer-Firmen steht je nach ihrer Beteiligung die Produktion zu. Sie tragen im gleichen Verhältnis die Jahreskosten für Betrieb und Revision. Diese Kosten sind praktisch eine feste Grösse und somit auch zu bezahlen, wenn die Stromquelle versiegt. Sie belaufen sich pro Tag auf 1.3 Millionen Schweizer Franken. Eingerechnet sind da kürzere Unterbrüche im Betrieb und die Jahresrevision. Ein mehrmonatiger Unterbruch schafft aber eine neue Ausgangslage.

«Direkter» Schaden wohl eher tief

Die Jahreskosten werden für die in Leibstadt-Beteiligten durch den Generatorschaden im Jahre 2005 nur geringfügig sich erhöhen, da dieser gegen «Maschinenbruch» bei einem Selbstbehalt von 500'000 Schweizer Franken, versichert ist. Ausserdem fallen aufgrund des Produktionsunterbruches geringere Brennstoffkosten an. Der primäre Schaden fällt somit letztlich wohl eher relativ gering aus. Eine weitere schadensdämpfende Massnahme ist die vorgezogene Jahresrevision, die mit 14 Produktionstagen budgetiert war.

Stromzukäufe sind unvermeidlich

Der Produktionsausfall in Leibstadt zwingt zu Ersatzbeschaffung. Jede am KKL beteiligte Firma wird hier, abhängig von Stromlieferverträgen mit ihren Kunden und den sonstigen Produktionsmöglichkeiten, eine eigene Strategie entwickeln. Auch das Wetter wird eine wesentliche Komponente bei der Höhe von Zusatzkäufen spielen. Setzt die Schneeschmelze ein, wird der Wasseranteil an der Produktion steigen. Der Verbrauch andererseits orientiert sich stark an den Temperaturen im Sommer. Im Ausnahmesommer 2003 waren er und die Strompreise am Markt ungewöhnlich hoch, in all den anderen Jahren sind die Preise in den Sommermonaten eher moderat. Wie bei allen anderen, vergleichbaren Schweizer Kraftwerken existiert keine Versicherung für den Betriebsunterbruch respektive Produktionsausfall.
Alle Mitarbeiter der KKL AG sowie die beteiligten Firmen arbeiten seit Ostermontag rund um die Uhr, 7 Tage die Woche, um den Generatorschaden so rasch wie möglich, aber auch mit der gegebenen Sorgfalt zu beheben.

Korrespondenzadresse:

Leo Erne
Leiter Information
Kernkraftwerk Leibstadt
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